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Alt 11.02.2013, 14:03
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Standard Franka

Nach ihrer Ankunft bei Berner Sennenhunde in Not wurde Franka sofort tierärztlich untersucht. Es wurde von einer lieben Tierschützerin die vor Ort war, sofort eine Not-Pflegestelle gestellt und am nächsten Morgen schon musste Franka notoperiert werden.
Franka hatte eine solch massive Gebärmutter- Entzündung, ( 4 kg Eiter im Bauchbereich) dass es " 5 vor 12" war und Franka fast nicht überlebt hätte. Im Knie hatte sie einen bösartigen Tumor, der eine Größe von 15 x 8 x 6 cm hatte.
Schnell fand die damals behandelnde Tierärztin heraus, warum Franka derartig schlecht hinten lief. Frankas Hüfte ist in einem katastrophalen Zustand, beidseitige schwere HD und Spondylose waren weitere Diagnosen.
Franka war total verängstigt Menschen gegenüber, schien traumatisiert zu sein.
Franka musste zunächst zur Ruhe kommen, sich von der schweren Operation erholen, sie war nicht transportfähig und darum musste die Fahrt in ihre vorgesehene Pflegestelle zunächst verschoben werden.


FAZIT:

viele, kleine Schutzengel haben Franka zu Berner Sennenhunde in Not geschickt, ihr das Leben gerettet
viele liebe Tierschützer von BSiN e.V., die gegen solche "Vermehrerstätten" kämpfen, konnten sie dort herausboxen und ihr den Weg in ein neues glücklicheres Leben ebnen. Anfang November 2009 war es dann so weit.
Franka durfte endlich zu uns kommen und in ihr liebevoll vorbereitetes Pflegekörbchen huschen.
Ein völlig verängstigtes Fellbündel traf bei uns ein, sie kannte wirklich nichts...keine Wiese...kein Vogelgeschrei...sie ging nicht ins Haus...ertrug kaum menschliche Nähe...hätte sich am liebsten in Luft aufgelöst, wenn es laut wurde, knallte oder der Jäger in unserer Nähe auf Jagd war und ein Schuss gefallen war... Franka zuckte bei jeder schnellen Hand- und Körperbewegung...
Doch Franka wollte leben, kämpfte jeden Tag gegen ihre Ängste, war nur lieb, zärtlich, dankbar ... sie war für uns von Anfang an ein "Traum auf vier dicken Puschelpfoten".
Doch unsere süße Franka möchte ihre Geschichte selber erzählen und dies macht sie stellvertretend für alle Frankas dieser Welt, die noch nicht das Glück hatten aus ihren "Zuchtstätten" befreit zu werden.


Copyright © 2012 by Birgit Helmecke






Franka Teil 1

Moin Ihr Lieben, ich bin es Eure Franka.
Heute habe ich Euch etwas Besonderes zu erzählen, denn heute ist für mich ein ganz besonderer Tag. Heute genau vor einem Jahr begann für mich mein neues Leben. Damals hing mein wertloses kleines Leben am seidenen Faden und es wäre fast zu spät gewesen...doch ich habe es mit viel Glück und mit der Hilfe von vielen lieben Menschen, die ein Herz für uns geschundenen Seelen haben, geschafft.
Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich mir von Herzen wünschen, dass noch viel mehr von uns „Zuchthündinnen“ den Weg in die Freiheit schaffen!
„Glückspilz“
Vor einem Jahr, am 02.11.2009, öffnete sich für einige von uns und auch für mich das Tor des „Höllen-Hofes“! Fast 6 Jahre lebte ich mit ganz vielen anderen Hündinnen auf einem großen „Hof“, wo man Hundewelpen „züchtete“, zusammen. Na ja leben - wir konnten uns hören und riechen, nur ab und zu konnten wir uns draußen durch die Zäune sehen…die meiste Zeit war jeder für sich alleine, in kleinen Zwingern eingesperrt. Wir kannten nichts, kein Gras, keine wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Fell, keine streichelnden Hände, nichts…manchmal kamen andere junge Hündinnen, als Austausch oder zum Aufstocken, von draußen dazu, die erzählten uns von vielen schönen Dingen, von lieben Menschen, von singenden Vögeln…es hörte sich für uns, die schon immer hier gelebt haben, wie Märchen an und wir wollten es nicht glauben.
Auch ich wurde eine „Zuchthündin“ ohne Namen, hier geboren, wurde viel zu früh von meiner lieben warmen und immer traurigen Mama weggenommen. Erst war ich mit einigen anderen kleinen völlig verängstigten Mädels zusammen, doch als wir größer und älter wurden, wurde uns brutal eine Nummer ins Innenohr gebrannt und wir kamen in Einzelzwinger.
Immer wieder wurden wir kontrolliert, manchmal bekamen wir brutal Spritzen gesetzt - irgendwann war ich dann „reif“. Man packte mich und zerrte mich am Hals in einen anderen Zwinger, mit zwei großen starken Rüden! So, nun macht mal. Es folgte ein böses Lachen und die Menschen verschwanden wieder. Es war ganz ganz schlimm…tagelang haben die Rüden um mich gekämpft, ich haben mit ihnen gekämpft, doch ich hatte keine Chance… wurde genau wie sie dabei verletzt und bekam nach 62 Tagen meine ersten Babys. So ging es viele Jahre, wie viele Babys ich hatte, ich weiß es nicht, wie viele meiner Babys überlebten, ich weiß es nicht. Sie wurden mir immer wieder viel zu früh weggenommen. Dabei hätten die Kleinen mich oft noch gebraucht!
Das „Leben“ hier war dunkel, kalt und grausam. Wir bekamen wenig und unregelmäßig zu essen, nur die Mamahunde, mit ihren Babys, bekamen etwas mehr. Wer alt und auf war, aber noch lebte, hatte eventuell Glück und konnte raus aus dieser Hölle. Wir bekamen keine ärztliche Versorgung wenn wir krank oder verletzt waren, oft bekamen wir Tritte wenn wir uns in unseren kleinen Zwingern nicht schnell genug aus dem Weg machten...die wenigen Menschen die wir kennenlernen durften waren unfreundlich, böse und wenn sie kamen bedeutete es meist nichts gutes.
Geholfen wurde uns nie, nur manchmal wurden einige von uns „erlöst“. So nannten es die Menschen, wenn einer von uns über längere Zeit schrie, winselte und schrie…weil er krank war oder Schmerzen hatte. Dann gab es diesen fürchterlichen Knall - und es war für kurze Zeit ganz ganz still auf unserem „Hof“, als bliebe für einen kurzen Moment die Erde stehen.
Ja, so lief mein Leben! Kaum zu glauben, doch ich hing an diesem „Leben“!
Für mich gab es nur dieses “Zuhause“ und ich kannte es ja schließlich auch nicht anderes.
Viele Jahre gingen so ins Land.
Doch dann kam der Tag an dem mir heiß und kalt wurde, mein ausgemergelter Körper schüttelte sich. Ich hatte Schmerzen, ganz schlimme Schmerzen. So ging es schon ein paar Tage, die meiste Zeit lag ich auf dem harten kalten Boden und winselte vor mich hin, denn die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer.
Hin und wieder verlor ich die Besinnung, es gab kein Wasser und es war so kalt und dunkel.
Durch den Aufprall meines schmerzenden Körpers kam ich mal wieder zur Besinnung. Wo war ich? Man hatte mich gerade „aussortiert“ und nach draußen geschmissen. Ich konnte nicht mehr aufstehen, mein ganzer Bauch war so schwer heiß und total dick. Ich konnte mich nicht wehren, kam einfach nicht auf die Pfoten.Ich hatte solche Angst, ich wollte nicht schreien. Jeder von uns wusste doch was passiert, wenn wir krank sind und immer wieder schreien.
Ja, auch wir Tiere haben ein Herz, eine Seele und wir empfinden Schmerzen - die Menschen auf unserem „Höllen-Hof“ schien das nicht zu wissen!
Wieder verlor ich die Besinnung, ich wollte nicht, nein, doch ich konnte mich dagegen nicht wehren und ich dachte, nie mehr werde ich die Augen aufschlagen, gleich kommt er der „Knall“.
Doch was war das? Warme sanfte Hände streichelten über mein stinkendes Fell, Menschen mit Tränen in den Augen beugten sich über mich - was war los? Wo war ich? Ganz behutsam wurde ich von den lieben traurigen Menschen in ein Auto, in dem schon mehrere Hunde waren und die mich bellend begrüßten, gelegt.
Ich hatte so große Angst, doch die Menschen waren freundlich, sanft und besorgt.
Noch während der Fahrt wurde telefoniert und organisiert um mir zu helfen. Mein, ja, mein Leben zu retten. Sie wollten alles versuchen! Ich konnte das alles gar nicht glauben.
Dann ging alles sehr schnell, immer wieder schwinden mir die Sinne. Eine liebe Familie gibt mir eine Notunterkunft. Liebe Menschen und eine Tierärztin kämpfen um mein Leben. Es wird eine Notoperation durchgeführt und wieder komme ich zu einer anderen großen lieben Familie.
Und ich bekomme einen Namen, ja einen Namen. Franka…. so wurde ich von einer lieben Tierschützerin genannt, auch sie hatte einen Namen, sie sagte, ich heiße Anne. Ich habe sofort auf meinen Namen gehört. Franka, schööön.
Es ging mir dann auch von Tag zu Tag immer besser. Die vielen lieben Menschen in der Kleinen Arche und besonders die liebe sanfte Anne pflegten mich gesund. Mein Leben wurde heller , wärmer und freundlicher.
Als dann auch die Ärztin mit meinem Gesundheitszustand zufrieden war, kam eines Tages Anne, nahm mich in ihre Arme und sagte, meine Süße Maus, es werden liebe Menschen kommen und dich mit ihrem Auto in eine andere Stadt, zu einer Pflegefamilie die dich schon liebevoll erwartet, bringen. Anne war traurig, legte mir viele Leinen an und sagte, sie wünsche mir alles Glück der Welt. Ich vertraute Anne total, doch ich bekam auch wieder dolle Angst.
Dann war es soweit. Eine fremde liebe Frau und ihr Begleiter kamen um mich abzuholen. Anne brachte mich in ihr Auto und mit einem Drückerchen verabschiedete sie mich. Auch diese beiden fremden Menschen waren sehr besorgt um mich, machten Pausen, doch ich wollte einfach nur im Auto liegen. Es war wieder so viel Neues um mich herum, alles machte mir große Angst.
Dann irgendwann ging der Deckel wieder auf und es stand schon wieder eine fremde Frau vor mir und sagte herzlich Willkommen kleine Franka, dein Pflegekörbchen steht für dich bereit und wir freuen uns dich endlich kennen lernen zu dürfen.
Erst wollte ich nicht aussteigen, doch auf einmal standen zwei Hundekumpel vor mir, beschnupperten mich freundlich und da bin ich neugierig mit der fremden Frau an der Leine hinter den beiden hinterher. Ich wurde gleich in einen großen und schönen Garten geführt, wo ich mich dann auch nach langer Zeit lösen konnte.
Man ließ mich in aller Ruhe alles ansehen und beschnüffeln. Nachdem die fremde Frau und ihr Begleiter und auch ich, ja ich Franka, etwas zur Stärkung bekommen hatten, wollten sie wieder los…..nein, die fremde nette Frau und ihr Begleiter wollten ohne mich wieder los….sie verabschiedeten sich von mir, wünschten mir alles Gute und sagten, du bist hier in lieben Händen, alles wird gut kleine Franka - ich verstand mal wieder die Welt nicht mehr!
Wieder war ich alleine unter fremden Menschen, an einem fremden Ort.
Die neue fremde Frau erzählte mir, wir sind jetzt deine Pflegefamilie und wir werden alles tun um dich gesund zu pflegen und um dir in aller Ruhe alles zu zeigen, was du noch nicht kennst. Sie streichelte mich so zärtlich mit ihren warmen Händen und auch die anderen, Hundekumpel Luna und Rico, wuselten fröhlich und neugierig um mich herum. Und als der fremde Mann sagte, Franka du hast alle Zeit der Welt, uns und alles andere kennen zulernen, wurde ich ganz ruhig und dachte, warum nicht…..die Familie ist ja ganz lieb und einen Versuch ist es wert. Ich hatte nichts, wirklich gar nichts, zu verlieren.
Im Mai 2010 entschieden sich meine Mama und der Rest der Familie mich, Franka, die ehemalige Vermehrerhündin, zu adoptieren. Ich möchte nie wieder wo anders sein und habe alle ganz dolle in mein Berner Herz geschlossen. Hier haben mich alle total lieb, es fehlt mir an nichts und ich alleine darf in meinem eigenen Tempo die Welt erleben und begreifen.
Somit wurde meine Pflegefamilie zur Glückpilzfamilie und ich vom Notfell zum Glückspilz.
Durch meine schreckliche Vergangenheit werden für immer gesundheitliche Schäden bleiben und ob meine kleine Seele sich jemals wieder erholt….
Doch auch wenn es mir heute so gut geht, mein Leben jetzt strahlend hell, warm und voller Liebe ist, denke ich oft an meine Herkunft, an die vielen immer noch leidenden Hündinnen, Rüden und Babys - an das „Leben“ was für sie alle immer noch dunkel, kalt und grausam ist, zurück.
In Gedanken bin ich immer wieder mal auf dem „Höllen-Hof“, ich kann vieles einfach noch nicht vergessen.
Zum Schluss möchte ich mich auf diesem Weg bei Berner Sennenhunde in Not mit seinem tollen Team und seinen Mitgliedern, mit all den vielen lieben herzlichen Menschen, die es ermöglicht haben und den Mut hatten mich aus dieser Hölle rauszuholen, die um mein Leben gekämpft haben, die mich ohne wenn und aber aufgenommen haben, die mich gepflegt und getröstet haben, die mich über weite Strecken gefahren haben und die meiner Pflegemama als Pflegestellenbetreuung mit Rat und Tat immer zu jeder Zeit zur Seite standen, ganz herzlich bedanken.
Was wäre die Tierwelt ohne so liebevolle hilfsbereite Menschen wie Euch.



In Liebe und Dankbarkeit



Euer Glückspilz Franka.


Im November 2010





Franka Teil 2

Moin Moin (sagt man so, hier im schönen Schleswig-Holstein) Ihr Lieben Tierfreunde, ich bin es mal wieder, Eure Franka.
Viele von Euch kennen mich und meine Glückspilz-Geschichte und genau diese Glückspilz-Geschichte geht weiter und weiter und weiter, wird schöner und schöner!
Lange habe ich nichts von mir hören lassen, dabei gibt es immer wieder etwas Neues zu berichten.
Nun lebe ich fast 2 Jahre in Freiheit, davon die meiste Zeit in meinem jetzigen Rudel.
Es gibt so viele schöne Dinge auf dieser Erde und ich freue mich über jeden Tag den ich so unbeschwert, in totaler Geborgenheit, Liebe und niemals mehr alleine erleben darf. Ja, ich bin wirklich immer noch all diesen lieben Menschen, die mir zu meinem jetzigen schönen Leben überhaupt erst verholfen haben, irre dolle dankbar.
Also, fange ich mal an zu berichten…doch wo fange ich an???? Am Besten von vorne, würde meine Mama jetzt sagen!
Inzwischen habe ich noch so viele schöne Dinge kennen lernen dürfen.
Zum Beispiel Weihnachten! Mein zweites Weihnachtsfest konnte ich schon viel mehr genießen als mein Erstes! Es gab Geschenke, auch für uns und schönes Essen - es war so kuschelig und schön.
Dann kam wieder dieses komische Fest, wo es den ganzen Tag laut ist draußen…es knallt und ballert an allen Ecken und es blitzt und donnert…für mich ist dieser Tag ganz schrecklich. Obwohl wir immer alle zusammen waren, meine beiden Fellnasenkumpel diesen Tag ganz entspannt hinnehmen, Mama im Haus überall Musik laufen hat und manchmal sogar laut mit singt ich bin dolle froh, wenn dieser lange und viel zu laute Tag endlich vorbei ist und ich meinen geliebten geregelten Tagesablauf wieder voll und ganz genießen kann.
Wir feiern hier jeden Geburtstag, egal ob von den Zwei- oder von uns Vierbeinern.
Auch diese Tage machen mir viel Spaß! Früher wusste ich gar nicht, dass jedes Lebewesen Geburtstag und einen Namen hat! All diese schönen Dinge habe ich erst in Freiheit kennen lernen dürfen und es gefällt mir gut.
Als ich vor gar nicht all zu langer Zeit dann endlich begriffen habe, hier lebe ich in einem Rudel wo alle zusammen halten, einer für den anderen da ist und auch jeder auf den anderen aufpasst, ihn beschützt, konnte ich mich ein weiteres großes Stück mehr entspannen.
Ich entdeckte das Schnüffeln! Ach, wie schön ist das denn wohl??
Wie gerne laufe ich jetzt mit allen zusammen entspannt durch die Natur, auch manchmal durch die Stadt - oder auch einfach nur mal durch unseren großen Garten und lese wer so alles vor mir diesen Weg gegangen ist! Wirklich eine super Sache und total spannend.
Meine beiden Pfotenkumpel, Mama und Papa zeigten mir wie man mit einem Ball spielen kann. Dabei fallen dann auch noch, wenn man ihn mit der Pfote stupst, Leckerlis aus diesem Ball! Was für ein tolles Spielchen, ach macht das dolle Spaß!
Wir fahren oft an den schönen großen Strand, wo wir immer ganz viele Pfotenkumpel treffen. Wie schön es dort ist! Ich stampfe durch den dicken Sand, begrüße alle anderen egal ob Mensch oder Fellnase freundlich und manchmal laufe ich sogar bis zu den Knien in das kühle schwabbelnde große Wasser. Bisher aber nur bis zu den Knien, mehr traue ich mich noch nicht!
Was ich am aller liebsten mag, neben meinem immer geregelten Tagesablauf, ist ja wohl das Auto fahren! Wenn ich merke wir wollen mit dem Auto los, dann kann ich nicht mehr ruhig bleiben …dann quicke und hüpfe ich über den Hof! Spazieren gefahren zu werden macht mir so richtig Freude!
Im letzten Jahr im September war ich das allererste Mal mit meiner ganzen Familie in Dänemark, im Urlaub! Ach war das schön, auch wenn ich in dieser total fremden Umgebung zuerst sehr unsicher war, mein Rudel war ja bei mir und hat mir gezeigt wie alles geht. Soll ich Euch was erzählen? In diesem Jahr im September fahren wir wieder alle zusammen in den Urlaub und diesmal freue ich mich so richtig dolle darauf. Den ganzen Tag machen wir zusammen viele schöne Dinge und das ist so schön!
Das Tollste ist, ich war mit meinem Rudel jetzt schon ein paar Mal in einer Hundeschule!! Mein Pfotenkumpel ist ja noch ein wilder Halbstarker und braucht noch ein wenig Feinschliff in der Erziehung, sagt Mama! Wir beiden gut erzogenen Fellnasen-Ladys dürfen dann auch immer mit in die Schule. Da ist vielleicht was los! Wir sitzen oder liegen dann ganz relaxt am Rande und staunen, was die vielen anderen Vierbeiner dort so alles treiben. Doch wenn am Ende alle zusammen toben und spielen dürfen, dann dürfen wir auch mitmachen. Das macht mir so viel Spaß! Ich habe auch schon einige Dinge dadurch gelernt, weil es schön ist, etwas zu können und Mama sagt dann immer, sie ist so richtig dolle stolz auf mich. Darüber freue ich mich dann ganz dolle.
Was ich auch noch für mein Leben gerne mag ist: stundenlang auf dem Innenhof liegen, gerne auch in der Sonne.
Wenn meine Menschen für uns Kieler Sprotten oder Fleischbrocken im Garten für uns verstecken und wir es dann suchen dürfen.
Zu meinen Lieblingsleckereien zählen die geräucherten Rinderohren…
Ach ich könnte noch viel mehr erzählen, das Leben kann so schön sein!
Meine Mama sagt immer zu mir ich bin nicht die schnellste aber die süßeste Schnecke die sie kennt! Ich aber weiß auch, ich bin die glücklichste Schnecke weit und breit.
Meine gesundheitlichen Beschwerden gehen nie mehr weg und ich muss mein Leben lang Medikamente nehmen. Meine Menschen müssen immer wieder mit mir zum Tierarzt fahren! Mama, Papa und der nette Tierarzt haben die bleibenden Folgen meines vergangenen Lebens so gut im Griff, das ich nur noch selten Schmerzen habe.
Hier wird alles für mich getan, nur damit ich glücklich und zufrieden bin! Klar, dass ich mich bernerwohl fühle, oder?
Doch werde ich meine Herkunft, die vielen Leidensgenossen, das viele Elend, das Leid, die Schmerzen, das Hungern, die Dunkelheit, die Kälte, die Brutalität und die grausamen Menschen nie vergessen können.
Ich denke auch heute, wo es mir so richtig gut geht, noch oft an diese schlimme Zeit auf dem „Höllen-Hof“ zurück!
In Gedanken bin ich dann bei Ihnen, meinen Töchtern, Tanten, Schwestern, Nichten und es zerreißt mir mein Herz und ich werde dann ganz traurig!
Von ganzem Herzen hoffe ich dann immer, dass sich auch weiterhin noch viele liebe Tierschützer für das Leben dieser armen, geschundenen und ausgebeuteten Hündinnen die noch in den vielen grausamen „Vermehrerstätten“ sitzen, einsetzen!
Das die ausgebeuteten „Hundemütter“, die das große Glück haben die Hölle lebend verlassen zu dürfen, ihre Chance genau so nutzen wie ich es tat.Das sie es schaffen um ihr kleines geschundenes Leben zu kämpfen, damit sie dann das neue Leben so genießen können wie ich es jetzt genießen kann!
Ich hatte ganz, ganz großes Glück und bin auch heute noch Berner Sennenhunde in Not, dem Team und den vielen lieben Menschen die an meiner Befreiung und Rettung beteilig waren und all denen die mir eine zweite Chance gegeben haben, unendlich dankbar.



In Liebe und Dankbarkeit mit vielen herzlichen Pfotengrüßen


Eure Glückspilz Schnecke Franka



August 2011



Copyright © 2012 by Birgit Helmecke




Franka Teil 3

Glückspilzgeschichte Franka - jetzt 3 Jahre in Freiheit -

Schon wieder ist ein Jahr vergangen. Im November lebe ich bereits 3 Jahre in Freiheit........ganze 3 Jahre.
Wie schnell die wunderschöne Zeit vergangen ist, was durfte ich alles erleben! Gerne möchte ich euch an meinem Glück teilhaben lassen und euch davon erzählen.
Der "Rudel-Urlaub" 2011 in Ostfriesland war super. Wir hatten eine tolle Ferienwohnung, alles ebenerdig und das Schönste überhaupt, es gab dort ganz viele Haus- Hof- und Ferienfellnasen. Hängebauchschweine, Gänse, Enten, Katzen und den lieben Hofhund Fiete, war das ein toller lieber junger Bursche. Alle waren dort sehr nett, ich wurde ganz viel gestreichelt, wir waren täglich unterwegs, ich war immer gerne und ohne Angst zu haben dabei. Jeden Tag Autofahren, Spaß haben und immer alle zusammen, den ganzen Tag! Schön war das.
Den Herbst und den Winter, hier im schönen Schleswig-Holstein, haben wir dann auch mit vielen Waldspaziergängen, Hundestrandbesuchen und Hundetreffen super gemeistert. Ich war dann sogar zum ersten Mal mit meinem Rudel zu einem richtig großen Berner Treffen. Rinteln sagte Mama immer und ich sage euch, da war richtig was los. Über 80 Fellnasen, noch viel mehr Zweibeiner waren dort und alles war sehr locker, fröhlich und friedlich.
Die erste Zeit war mir das ganze Geschehen nicht geheuer und ich wusste gar nicht recht wie mir geschah. Meine Mama war aber immer bei mir, hatte mich meist an der Leine und somit wurde ich immer sicherer und habe mich dann irgendwann auch entspannen können. Wir waren überhaupt die erste Zeit immer alle zusammen und wenn mein Rudel merkte, ich wurde unruhig sind wir abseits vom Geschehen gegangen, oder haben eine kleine Ruhepause in unserem großes Zimmer gemacht. Es dauerte nicht lange und ich entspannte mich, freute mich über jeden neuen Pfoten Kumpel der zu mir kam und den ich freudig begrüßen durfte.
Wieder haben wir zusammen Weihnachten gefeiert mit Geschenken, lecker Weihnachtsmenüs und es war wieder so gemütlich bei uns Zuhause.
Dann wieder diese Tage an denen es so schrecklich laut ist, es donnert und knallt, pfeift und blitzt, es ist so fürchterlich. Mama sagt immer, das nennt man "Silvester"! Die Menschen feiern den Jahreswechsel und manche Menschen empfangen das neue Jahr mit Knallern, Raketen und Böllern. Für mich ist das gar nichts, es macht mir immer noch sehr viel Stress, ich komme tagelang nicht zur Ruhe.
In unserem Rudel wird nicht geknallt -Gott sei Dank -. Doch auch wenn es selbst bei uns in der Straße recht ruhig blieb und Mama wieder überall Musik hatte, selber fröhlich mitgesungen hat, diese Tage machen mir immer noch ganz viel Angst. Viele von uns Vierbeinern fürchten sich nun mal vor diesem schrecklich lauten Alarm Tagen.
Das Frühjahr war wieder sehr schön. Ich liege so gerne auf dem Hof oder im Garten auf dem weichen Rasen in der Sonne, beobachte die Vögel, schaue in den Himmel und sehe wie die Wolken ziehen.FREIHEIT kann so schön sein. Geliebt und umsorgt zu werden ist einfach etwas wunderbares und jeder von uns Fellnasen sollte es so schön haben bei seinen Menschen.
Dann auf einmal wurde alles anders. Ich bekam häufig plötzliche Panikattacken, schlecht Luft, konnte nur kurze Strecken gehen......ich habe mich so sehr bemüht, alles wie immer zu meistern damit mein Rudel nichts von meiner Schwäche merkt. An einem Sonntag, als wir alle wieder einen Ausflug an den schönen langen Hundestrand machten, konnte ich dann kaum mehr vorankommen. Ich hatte mich so sehr gefreut auf Paul, Ben und all die anderen Hundefreunde. Mama und Papa waren entsetzt und wir sind dann auch gleich wieder nach Hause gefahren. Alle machten sich sehr viel Sorgen um mich.Am nächsten Tag sind wir dann sofort zu unserem lieben Tier Doc und der glaubte beim Abhören meines Herzens seinen Ohren nicht zu trauen. Es wurde sofort ein EKG gemacht und der Befund hat meiner Mama den Boden unter den Füßen weggehauen.
Wir mussten in die Tierklinik, zu einer Kardiologin die sich mit unseren Hundeherzen sehr gut auskennt. Die Untersuchungen haben mir Angst gemacht. Die Ärztin und die Schwestern waren alle sehr nett und meine Mama war immer an meiner Seite - doch Mama wurde immer trauriger, fing sogar an zu weinen. Sie hat mich die ganze Zeit gestreichelt, war immer bei mir und ich habe versucht ihr zu zeigen, dass alles wieder gut wird! Was geschah hier und mit mir?
Leider stellte sich heraus, es lief nicht nur mein Herz auf Hochtouren, dazu kam schweres Vorhofflimmern und es wurde auch noch ein Knubbel, was sie in der Klinik Mamatumor nannten, festgestellt. Die nette Ärztin sprach von lebensbedrohlichen Befunden und dann musste ich auch noch geröntgt werden. Das war nun überhaupt nicht schön und machte mir nicht nur noch mehr Angst, sondern tat auch weh. Leider wurden auch noch ganz viele kleine Schatten auf meinen Bronchien festgestellt, was immer das nun wieder zu bedeuten hatte.
Als wir wieder Zuhause waren haben Mama, Papa und ich beschlossen zu kämpfen. JA, ich will mein schönes Leben weiter in meinem Rudel genießen...........ich will kämpfen......mein Rudel wird mich unterstützen wo es nur kann, das haben sie mir versprochen. Wenn ich dann irgendwann keine Kraft mehr habe, nicht mehr kann und will, wenn wirklich nichts mehr geht, dann gebe ich meiner Mama ein Zeichen.
Mama wird das Zeichen verstehen, sie wird bei mir sein bis zum letzten Atemzug von mir auf dieser Erde.
Von diesem Tag an bekomme ich für mein schwer krankes Herz ganz viele kleine Tabletten, die ich auch immer brav nehme. Mama packt alles lecker in Kalbsleberwurst ein und dann geht's. Wir müssen nun auch regelmäßig zu unserem Tierarzt, um alles kontrollieren zu lassen. Da sich keine große Besserung erkennen lässt, kann der Tumor nicht entfernt werden. Eine Narkose wäre für mich viel zu gefährlich, sagt der Tierarzt. Es gibt ja auch noch die vielen kleinen anderen Baustellen bei mir und darum werde ich wohl nie mehr gesund werden.
Meine Familie hält fest zu mir, lässt mich nicht im Stich und wir verbringen die gemeinsame Zeit nun noch intensiver. Oft liegt meine Mama bei mir, steckt ihre Nase in mein schönes weiches Fell. Manchmal merke ich, wie es dort wo sie ihr Gesicht liegen hat, ganz nass wird. Ich lecke ihr dann über die Hand, möchte sie trösten.......ihr zeigen wie sehr ich ihre Nähe liebe. Leider fehlt mir manchmal selbst dazu schon die Kraft und immer häufiger bin ich ganz schnell schlapp und möchte immer nur schlafen.
Auch wenn sich alle sehr viel Mühe geben, ich unter ständiger tierärztlicher Kontrolle stehe, gut durch die Herzmedikamente eingestellt bin, es bleibt ein ständiges auf und ab. Es wird alles für mich getan und trotzdem geht es mir mal super und ich mache den Clown, wie Mama immer sagt, und manchmal geht es mir richtig schlecht, dann verstecke ich mich auf meinem Lieblingsplatz.
Doch ich kämpfe immer weiter..... es ist so schön in Freiheit zu leben und so sehr umsorgt und geliebt zu werden.
Nachdem wir dann wieder einmal beim Tierarzt waren und er uns sagte: alles ist gut, wir könnten ruhig in den Urlaub fahren, sind wir wieder alle zusammen für ein paar Tage auf diesen tollen Mühlenhof nach Ostfriesland gefahren.Ich hatte mich so auf diese Ferien gefreut. Leider konnte ich den Urlaub diesmal nicht so sehr genießen wie beim letzten Mal, aber es war trotzdem total schön.
Nun haben wir schon wieder diesen wunderschönen bunten Herbst.
Ich mag es so sehr durch die am Boden liegenden raschelnden bunten Blätter zu laufen, in der noch warmen Herbstsonne auf dem Hof zu liegen und dem Treiben meiner Pfoten Kumpel zu zusehen.
Zu diesem großen Berner Treffen konnten wir diesmal leider nicht, schade! Mama sagt es wäre viel zu anstrengend für mich, die vielen Menschen, die vielen Fellnasen und die lange Fahrt.
Die blöde Schwäche überkommt mich immer häufiger. Meine Wege die ich schaffe werden immer kürzer. Selbst der Besuch einer ganz lieben Familie und ihren beiden tollen Berner-Bären im Oktober haben mich so angestrengt, dass ich den Rest des Tages überhaupt nicht aufstehen konnte. Mama und unser Hundearzt haben sich gleich wieder um mich gekümmert und am nächsten Tag war ich wieder bereit zu kämpfen. Früh morgens, als Mama aus dem Bett kam, bin ich aufgestanden und ihr freudig entgegen gewackelt. Mama hat sich so gefreut, sie hat mich gleich ganz sanft durch geknuddelt und schon wieder wurde mein schönes Fell nass, an der Stelle wo sie ihr Gesicht in mein Fell gekuschelt hatte!
Die schöne Zeit vergeht wie im Fluge.
Mama sagte gerade zu mir: kleines Puschelinchen, bald schon feiern wir zusammen mit dir Schnuffeltante unser viertes Weihnachtsfest........
Es ist die letzten Tage ganz viel Schnee gefallen. Es sieht hier aus wie in einem Wintermärchen, sagt Mama immer und es ist wirklich wunderschön.
Rico und Luna sind viel am Toben im Schnee, sie sind fröhlich und ausgelassen. Ich beobachte die Beiden freudig dabei und manchmal würde ich so gerne mit ihnen durch die weiße Pracht rennen..........
Ach, es ist so schön in Freiheit zu leben, in einem kleinen Rudel, wohlbehütet und vor allem geliebt zu werden...........



Dezember 2012



Birgit Helmecke und Franka


Copyright © 2012 by Birgit Helmecke











Seelenhunde

Manche sind unvergessen...weil sie ein Leben verändert haben
und auch nach dem Tod in einem weiterleben.
Man spürt es in seinem Denken, in seinem Handeln, in seinem Fühlen.
Seelenhunde hat sie jemand genannt.
Jene Hunde, die es nur einmal geben wird im Leben,
die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.
Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum Atmen.
Kein Tag vergeht ohne an sie zu denken und sie zu vermissen...




Abschied

Die Freundschaft und Liebe zu dir Franka wird nie vergehen. Du warst ein Teil von unserem Leben und wirst es immer bleiben. Unsere Gedanken sind bei dir und wir sind glücklich, dass du uns auf unserem Weg im Leben begegnet bist.
In den frühen Morgenstunden des 02. Januar 2013 mussten wir unser Herzchen auf vier dicken Puschelpfoten, unsere Franka für immer gehen lassen.Es zerreißt uns die Herzen sie nicht mehr zu sehen, zu spüren, zu berühren und unsere Nasen in ihr schönes weiches Fell zu kuscheln...Wir können es mit Worte gar nicht beschreiben, wie groß unser Schmerz ist und wie sehr sie uns fehlt.
Liebes Franka Herzchen, mach's gut, wir werden uns irgendwann wieder sehen.
Die Erinnerungen, die unsere Herzen berühren, gehen niemals verloren
und wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände und Erinnerungen Stufen wären würden wir hinaufsteigen und dich, Franka, zurückholen.

In Liebe und Dankbarkeit

Dein kleines Rudel.



Wir möchten uns von Dir verabschieden, liebe Franka.
Dein Schicksal hat uns so sehr berührt. Dein Leben war grausam und schmerzvoll – bis zu dem Tag, als Du zu BSiN gekommen bist.
Deine wunderbare Familie hat Deinen Lebensweg aufgeschrieben, um auf das Leid von unendlich vielen Vermehrerhunden aufmerksam zu machen.

Ein Leid, das leider von zu vielen Menschen billigend in Kauf genommen wird.

Leid – damit möglichst viele Welpen billig verkauft und gekauft werden können.


Leid – das Du ertragen musstest.

Wir versprechen Dir, solange es dieses sinnlose Leid für die Vermehrerhunde geben wird,
ist Berner Sennenhunde in Not zur Stelle – wenn das nächste Mal eine liebe Seele die Hölle verlassen darf.
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