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  #1  
Alt 20.09.2009, 13:57
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Standard Wanda und Mocca · Berner Sennenhündinnen · 5 Jahre alt



die beiden kleinen ehemaligen Zuchthündinnen Wanda und Mocca ... suchen gemeinsam ein Zuhause.

Nach 5 Jahren "Haft" in einer Vermehrer-Anstalt (siehe Welpen-Verkäufe im Internet ...) durften sie vor wenigen Tagen den Weg in die Freiheit antreten.

Wanda und Mocca sind sehr, sehr ängstlich und brauchen ruhige, liebe Menschen, die ein Herz für die beiden haben.
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  #2  
Alt 25.09.2009, 21:22
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Standard Tagebucheintrag vom 11.09.2009

Mocca und Wanda - bislang Vermehrerhündin in einer großen Zuchtanlage...

Heute Morgen dann durfte sie endlich raus!!
Endlich die Sonne sehen...

Und Wanda musste gleich wegen einer schlimmen Gebärmutter-Entzündung notoperiert werden...Sie hat die OP gut überstanden und darf nun ihr neues Leben in Ruhe genießen und die Welt kennenlernen









Immer an ihrer Seite, ihe Freundin Mocca



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  #3  
Alt 25.09.2009, 21:26
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Standard Tagebucheintrag vom 14.09.2009

Die beiden Mäuse hatten heute einen Tierarzt-Termin.

WANDA- MÄUSCHEN und MOCCA-SCHÄTZCHEN haben den Tierarztbesuch ganz souverän gemeistert.

Im Moment liegt sie neben MOCCAund schläft.

Die beiden Schnütchen sind ganz pflegeleicht. Sie machen alles zusammen, sie sind wie Siamesische Zwillinge.

Da beide sehr dünn sind , bekommen sie zur Zeit Kraftfutter.

Insgesamt war der Arzt sehr zufrieden mit den beiden.

Hier ein paar Fotos - Wanda ist am OP-Outfit zu erkennen















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  #4  
Alt 25.09.2009, 21:30
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Standard Tagebucheintrag vom 16.09.2009

Die kleine MOCCA fühlt sich jeden Tag wohler bei uns.

Sie hat einen gesegneten Appetit und man sollte alles Eßbare außer ihrer Reichweite halten.

MOCCA wurde schon mehrfach als Diebin überführt.

Heute mittag wollte sie wohl fernsehen , kam aber mir der Fernbedienung nicht zurecht........

Meine Schuhe findet sie auch äußerst interessant.......

Der kleinen WANDA geht es jeden Tag ein bißchen besser.

Heute hat sie einen ganz schicken Body von BSiN bekommen, den sie ständig versucht wieder auszuziehen.

Wir wollen mal hoffen, daß er die erste Nacht gut übersteht.


Wir sind schon sehr gespannt, was in den nächsten Tagen noch so alles passieren wird!












MOCCA und WANDA liegen gerade ganz dicht neben meinem Stuhl.

MOCCA putzt WANDA. Sie leckt ihr die Äugelchen, die Nase und die Ohren. Und WANDA geniesst es total.

Einfach herrlich! Wir sind so froh, daß die beiden süßen Schnütchen bei uns sein dürfen.
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  #5  
Alt 25.09.2009, 21:34
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Standard Tagebucheintrag vom 20.09.2009

Die süßen kleine Mäuse leben jetzt seit einer Woche und einemTag bei uns.

Mocca hat nach wie vor immer großen Appetit!

Sie stiebitzt alles Eßbare , macht sogar vor den 3 Großen keinen Halt.


Gestern hat sie mir beim Fensterputzen geholfen.......

Sie hat mir das Fensterleder und den Abzieher zwar nicht angereicht , nein, sie hat sich damit aus dem Staub gemacht.

Sie ist ein wahrer Sonnenschein!

WANDA hat sich von ihrer schweren Operation sehr gut erholt und genießt jetzt ihr Leben jeden Tag ein bißchen mehr.........

MOCCA und WANDA geben sich gegenseitig sehr viel Kraft und deshalb sind wir sehr froh, daß die beiden Hübschen zusammen vermittelt werden sollen und auch ihr weiteres Leben zusammen verbringen dürfen!




MOCCA











WANDA

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  #6  
Alt 25.09.2009, 21:37
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Standard Tagebucheintrag vom 22.09.2009

Unsere beiden Schnütchen MOCCA und WANDA haben heute
ihren ersten kleinen Spaziergang in Freiheit, von ca. 15 Minuten, gemacht .

Sie haben ausgiebig geschnüffelt und alles neugierig untersucht.

Jetzt liegen sie im Wohnzimmer und sind geschafft von all den neuen Eindrücken!

Hier ein paar Bilder von WANDA







Jetzt ein paar Bilder von MOCCA













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  #7  
Alt 10.10.2009, 22:41
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Standard Tagebucheintrag vom 01.10.2009

MOCCA hat ihre Operation gut überstanden.

MOCCA hat heute Nacht sehr gut geschlafen.

Gerade hat sie ausgiebig gefrühstückt.

Sie wuselt zwar nicht so schnell wie sonst durch's Haus, aber ich glaube sie denkt sich schon die nächsten Streiche für mich aus...........

In den letzten Tagen hat es immer wieder mal geregnet bei uns.
Wir vermuten , daß MOCCA und WANDARegen in ihrem bisherigen Leben nicht kennengelernt haben. Regen ist ihnen unheimlich und deshalb haben die beiden beschlossen, das Haus im Moment nicht mehr zu verlassen........
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  #8  
Alt 17.10.2009, 13:01
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Standard Tagebucheintrag vom 13.10.2009

Ihr wartet sicher gespannt darauf...
aber den Schnuffelmäusen geht es gut
Wir haben zwar viel Arbeit, wie man sehen kann, aber auch Freude. Mocca wie auch Wanda lernen sehr schnell.
Ihre Angst vor der „BÖSEN“ Leine ist ein überwindbares Problem geworden.


Wir haben Rituale eingeführt, so dass sie Spaß haben wenn sie vom Garten rein kommen.
Ihr erstes Schweineohr haben sie auch schon, sie fanden es zwar erst komisch, aber als sie verstanden haben, dass man das essen kann, war kein halten mehr.
Seit gestern spielen sie auch. Wanda hatte gleich am ersten Abend unseren Hund dazu animiert.


Seit dem Wochenende stehen sie vor dem kleinen Türchen und wollen wieder rein ins Haus.
Sie bellen die Nachbarn an und lassen sich gut anleinen. Also wie es normale Hunde auch tun.


Somit möchte ich für heute schließen, das sind erst mal alle Bilder, aber ich habe schon wieder neue.






















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  #9  
Alt 17.10.2009, 13:05
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Standard Tagebucheintrag vom 14.10.2009

Hier die neusten Meldungen.
Mocca und Wanda lernen so schnell.
Sie haben seit einer Woche begriffen, dass es besser ist, nicht mehr ins Haus zu machen.
Sie spielen so gern mit unserem Rüden, und vom Tisch nehmen sie auch nichts mehr.
Sie sind einfach tolle Hunde. Wenn man die Leine in die Hand nimmt, freuen sie sich, dass es endlich raus geht.
Nicht mehr lange, und wir zeigen ihnen die große weite Welt.








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  #10  
Alt 25.10.2009, 12:02
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Standard Tagebucheintrag vom 17.10.2009

Heute war ein aufregender Tag. Wir waren draussen. So richtig, jaaaaa...

Unser Rüde machte sich gleich über die Wiese her und Mocca wollte ihm nach. Es lief wirklich gut, sie orientierten sich sehr an ihm.

Bis unser Rüde eine Pfütze hatte, da roch er wohl komisch. Und so mussten wir zum Teich gehen. Wanda ist hinein gestolpert und HURRA.... sie kann schwimmmen.

Es war ruhig entspannt und wirklich schön. Zuhause musste ich die Geschirre und Halsbänder auswaschen. Und so bekamen sie eine überaus tolle Fellpflege. Keine Angst mehr vor der Bürste.











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  #11  
Alt 25.10.2009, 12:07
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Standard Tagebucheintrag vom 21.10.2009

Unsere Lieben sind am Abend ganz ruhige Mäuse.
Sie werde bestimmt noch ganz relaxt und sie sind auf dem besten Wege.











Wanda mag Fotos nicht so gerne. Mocca probiert oft immer da rein zu beissen. Beide auf ihre Art sind tolle Mädels und ich stelle fest, das sie sich gut entwickeln. Jede auf ihre Art und Weise.
Sie beginnen zu vertrauen, sie vermissen mich, erzählte mit mir tochter. Als ich weg war, haben die beiden gewimmert. Aber der Rudelführer darf gehen, wann immer er möchte.
Die Begrüßungen fallen mmer ausgelassener aus - sie kommen bis zur Tür.
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  #12  
Alt 17.02.2013, 18:41
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Standard AW: Wanda und Mocca · Berner Sennenhündinnen · 5 Jahre alt

Ohne Gras und Sonne......

Nein, wir wollten keinen Hund mehr. Nein, wir wollten jetzt mal eine Hundepause. Nachdem unser letzter Notfall im Juli 2009 von uns ging, hatten wir das so beschlossen. Wir hatten innerhalb von 3 Jahren 3 Hunde verloren. Jeder von ihnen war ein Notfall, Scheidungsopfer, Tierheimhund, alt und krank...
Nein, jetzt machen wir mal das, was mit Hund immer problematisch war. Kurzurlaub, Städte ansehen, bummeln, nicht ständig auf die Uhr sehen müssen, weil Zuhause ein oder zwei Vierbeiner warten. Unsere Seelen brauchten auch mal eine "Auszeit". Hat uns doch der Tod unserer geliebten Fellnasen immer ein Stück aus dem Herzen gerissen.

Im Oktober 2009 fuhren wir zwei kleine Vermehrhündinnen in eine Pflegefamilie. Wanda und Mocca. Nie werde ich vergessen, wie panisch sie bei der Fahrt reagierten. Zwei dünne, stinkende Fellbündel. Nicht aggressiv, aber große Angst vor dem was jetzt kommt. Unterwegs fing es auch noch an zu regnen. Das Geprassel auf dem Dach ließ ihre Augen vor Angst weiten. Ich saß mit ihnen auf dem Boden im Vito. Eine links, die andere rechts im Arm. Die kleinen Herzen schlugen so schnell und beide hechelten vor Panik. Angekommen in der Pflegestelle waren sie wie "Stofftiere". Aussteigen? Nee! Also tragen. Wie Stofftiere. Unsere Aufgabe war erfüllt.

Erst jetzt beschäftigten wir uns mit der Vergangenheit von Mocca und Wanda. Eine "Vermehrhölle", aus denen die beiden von Berner Sennenhunde in Not befreit wurden, war uns bisher unbekannt und für uns auch unvorstellbar.
Aufgewachsen in einem "Bunker" aus Beton. Ohne Gras und Sonne. Ohne eine liebevolle streichelnde Menschenhand. Ein bisschen Holzspäne als Einstreu. Wenn es denn mal Futter gab, musste jede sehen, dass sie was abbekam. Bei der ersten Hitze schon gedeckt. Sie waren doch selber noch gar nicht ausgewachsen. Vergewaltigt von Rüden, die nicht anders konnten, weil ihnen Hormone gespritzt wurden. Wenn ihre Babys geboren waren, wurden sie ihnen viel zu früh weggenommen und und als "Billigwelpen" im Internet verkauft.
Ein Glück für die beiden, dass sie krank wurden. Ja, richtig. Ein Glück! So waren sie für den "Vermehrer" nicht mehr produktiv. "Die könnt ihr haben. Die bringens nicht mehr!" So können wir uns seine Worte vorstellen.

Wanda und Mocca (beide waren vier Jahre alt) wurden sofort medizinisch versorgt und notoperiert, als sie diese Hölle verlassen durften. Dank vieler lieber Helfer haben sie überlebt.
Wir besuchten Wanda und Mocca regelmäßig einmal in der Woche in der Pflegestelle. Obwohl es nicht "unsere Hunde" waren, ging uns ihr Schicksal nicht aus dem Kopf. Wenn wir kamen, lagen sie immer zusammengekuschelt aneinander, kamen nicht auf uns zu. Wir setzten uns zu ihnen streichelten, kuschelten. Sie ließen das auch über sich ergehen, obwohl wir im Nachhinein denken, es war für sie Stress pur. Moccas Kopf zuckte immer hin und her bei der kleinsten Erregung. Sie hatte wohl einen Tick zurückbehalten.

Ende November kam der Anruf aus der Pflegestelle, es gab einen Bewerber für eine der beiden. Für eine? Oh, mein Gott! Die beiden kann man doch nicht trennen. Die sind doch wie siamesische Zwillinge. Haben miteinander die Hölle durch! Putzen sich gegenseitig die Augen und Ohren sauber. Machen alles zusammen. Die brauchen sich doch gegenseitig! Die Vorstellung war für uns unmöglich, diese Hündinnen zu trennen. Wir haben sofort bei Berner Sennenhunde in Not angerufen, dass wir bereit sind, die beiden zu übernehmen.

Aus heutiger Sicht sind wir zwar der Meinung, jede einzelne hätte sich bei einem souveränen Zweithund sicher schneller zu einem normalen Hund entwickelt, schneller Vertrauen zu Menschen gefasst, aber wir sind froh, dass sie heute noch immer zusammen sind.
Anfang Dezember kamen sie zu uns. Wir hatten ihnen Bettchen in einer ruhigen Ecke im Wohnzimmer vorbereitet. Aber nein, sie legten sich vor die Couch. Ok. Dann hatten wir erst einmal das "Türproblem". Sie gingen nicht durch die Haustür. Lagen einfach wieder mal wie Stofftiere vor ihrer Couch und machten nichts. Keine Regung, wenn Besuch kam. Nichts schien sie zu interessieren. Spielzeug schon mal gar nicht. Woher sollten sie das auch kennen. Man konnte sie streicheln und kuscheln. Aber ob sie es so sehr genossen haben wie wir, mag ich zu bezweifeln. Bei ihnen ging alles nur in Zeitlupe. Die Gewöhnung an Kamm und Bürste klappte ganz gut. Aber eben auch nur in Zeitlupe. Immer mal wieder ein wenig mehr. Beim Futter dagegen, wurde alles turboschnell verputzt. So etwas hatten wir bisher noch nie erlebt. Innerhalb von Sekunden wurde der Inhalt vom Napf "aufgesogen".
Stubenrein waren sie natürlich auch nicht. In windeseile verschlangen sie ihren Kot vom Teppich oder von den Fliesen, um ihren Bereich sauber zu halten. Uns war klar: Da haben wir eine echte Aufgabe übernommen, die sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen kosten wird.

Bald hatten wir es aber geschafft, dass die beiden die kleine Wiese vor der Haustür als ihre Toilette annahmen. Es ging schwupp raus, Pipi machen. Schwupp rein, wieder schnell vor die sichere Couch. Wir haben ein Grundstück von 3.560 m². Aber die beiden Mäuse waren erst einmal nicht zu bewegen, hier etwas zu entdecken oder einen Spaziergang zu machen. Die Welt war viel zu groß.

Ich weiß noch wie heute, als mein Mann und ich am Wohnzimmerfenster standen, hinunter auf den Hof blickten und vor lauter Freude geweint haben, als Wanda sich zum erstenmal getraut hatte, um die Hausecke zu gehen und ein Stück des Grundstücks zu erkunden. Irgendwann ging auch Mocca mit. Immer vorsichtig und geduckt. Dann stand sie plötzlich da als habe sie sich vor sich selbst erschrocken. "Huch, was hab ich mich getraut", und ab ging´s schnell ums Haus gedüst und vor die sichere Couch.
An Spaziergänge draußen war gar nicht zu denken. Sobald sie das Geschirr oder die Leine sahen, drückten sie sich fest an den Boden und nichts ging mehr. Wir fingen mit leichten Tüchern, die wir um ihren Hals banden an, sie daran zu gewöhnen, etwas an zu haben. Bald folgte das Halsband, das sie Tag und Nacht trugen.
Wir baten unsere Nachbarn uns mit ihren Hunden zu besuchen, damit die Mädchen Abwechslung und mehr Sicherheit bekamen. Die machten das auch gerne. Wanda und Mocca hatten aber kein großes Interesse an Artgenossen. Diese wurden zwar immer akzeptiert, aber Spielen mit anderen Hunden hatten sie eben nie gelernt.

Als unser Enkelkind zu Besuch kam, sagte ich ihr: "Wanda und Mocca sind anders, als die Hunde, die wir bisher hatten." Ich erzählte ihr vom bisherigen Leben der beiden. Die Frage der gerade 6jährigen: "Warum tuen Menschen den Tieren so etwas an? Aber Omi du weißt doch, dass ich mit Tieren reden kann. Mach dir mal keine Sorgen." Die Kleine war schon sehr hundeerfahren. Ist sie doch mit unseren großen Hunden aufgewachsen, und nie gab es ein Missverständnis oder eine gefährliche Situation zwischen Hund und Kind. Die Kleine stellte sich ins Wohnzimmer vor Wanda und Mocca hin und meinte: "Seht mal her. Ich bin ein Kind. Ihr beide kennt noch keine Kinder. Kinder sind kleine Menschen, die auch mal groß werden. Ihr braucht keine Angst zu haben." Sie hockte sich hin, hielt ihre Händchen in Richtung der Schnauzen und Wanda und Mocca schnüffelten interessiert. Keine hektischen Bewegungen, alles in Ruhe, und nach ca. 3 Minuten saß die Kleine zwischen den Fellnasen und konnte beide kuscheln. Gut gemacht, kleiner Schatz!

Ein tolles Erlebnis war auch, als es nachts zum erstenmal geschneit hatte. Der erste Schnee für zwei Hündinnen nach vier Jahren. Wanda machte den ersten Schritt nach draußen. Vorsichtig und geduckt vor dieser neuen weißen Welt. Dann wurde probiert, wie das Zeug schmeckt. Ununterbrochen leckte sie den Schnee auf und fand das gar nicht mehr so gefährlich. Mocca und Wanda rannten bald durch den Schnee, als seien sie eben erst geboren worden und entdeckten eine neue Welt. Schön, war das. Der Weg zu glücklichen Hundemädchen war wieder ein bisschen näher gerückt. Das Vertrauen der beiden zu uns war inzwischen gut geprägt.

Mit Wanda konnte ich bald spazieren gehen. Ohne Leine. Sie hatte nur das Halsband an. Sie folgte mir, vertraute mir. Wie hab ich das genossen. Sie lief nie vor. Immer neben oder hinter mir. Selbst durch unseren kleinen Ort. Bei Begegnungen mit fremden Menschen wurde sie unsicher, blieb aber immer bei mir.

Dann kam der Tag des ersten Rückschritts. Es lag dicker Schnee. Ich war mit Wanda unterwegs. In einem Haus bellte ein kleiner Hund. Wanda wollte da hin und ohne nachzudenken, griff ich in ihr Halsband, um sie festzuhalten. Panisch riss sie sich los, weg von mir. Oh mein Gott! Wie konnte ich nur so blöde sein. Sie ließ sich nicht mehr locken. Blieb zwar immer in Sichtweite, kam aber nicht mehr auf mich zu. Ich war so traurig und wütend auf mich selbst. Hatte ich doch wochenlange Arbeit mit einem Griff kaputt gemacht. Wanda lief, sobald ich auf sie zuging weiter von mir weg. Sie blieb immer noch in Sichtweite. Ich sah, wie sie anfing zu humpeln. Jetzt hatte sie sich wohlmöglich noch verletzt. Meine Verzweiflung wuchs. Mein Mann kam, um mir zu helfen. Aber auch vor ihm lief sie weg. Er war so wütend auf mich. Hatten wir doch oft schon Diskussionen darüber geführt, das das was ich mache einfach verantwortungslos ist. Er hatte ja Recht.
Wanda humpelte immer mehr. Dann konnte sie gar nicht mehr laufen und legte sich in den Schnee. Jetzt kamen wir an sie ran. Gott sei Dank hatte sie sich nicht verletzt. Aber die Schneeklumpen zwischen ihren Zehen, hinderte sie daran weiter zu laufen. Mein Mann trug sie nach Hause. Was würde jetzt passieren. Hatte ich wirklich ihr Vertrauen total verloren? Wanda machte sich ein Nest an einem schneefreien Platz bei den Mülltonnen. Wir ließen sie ganz in Ruhe. Ich weinte in mich hinein. War jetzt alles zerstört? Müssen wir jetzt ganz von vorne anfangen?
Nach einer Weile ging ich mit Mocca auf die Wiese, so daß Wanda uns beobachten konnte. Wir tobten ein bisschen rum und es gab Leckerchen. Dann geschah ein Wunder: Wanda kam wie selbstverständlich dazu und wir spielten zusammen. Sie ließ sich kuscheln und ging mit ins Haus, als sei nichts passiert. Dieses Glücksgefühl kann ich kaum beschreiben! Puhh, mir fiel ein Fels vom Herzen.
Wanda ist sehr sensibel. Aus manchmal für uns Menschen unerklärlichen Gründen, reagierte sie in manchen Situationen noch oft mit "Zusammenfall". So z.B. als mein Bruder mit meinem Neffen und Hund zu Besuch war. Was es war und in ihr Panik auslöste, wir wissen es bis heute nicht. Wanda begrüßte den Hund, dann suchte sich die hinterste Ecke in unserem Wald, legte sich hin und rührte sich nicht mehr. Ähnliches passierte später auf einem Spaziergang mit einem blechbeschlagenen Schuppen. Sie schaute an der Wand hoch, fiel zusammen, drückte sich an den Boden und stand nicht wieder auf. Was mögen in ihr für schlimme Erinnerungen feststecken.









Im Februar 2010 kam ein Anruf von Berner Sennenhunde in Not. Ein 11 jähriger, sehr vernachlässigter Rüde brauchte dringend eine Pflegefamilie. Wir sagten: ja. Für ein paar Tage wird das gehen, bis er eine Endfamilie findet. Aber es kam anders. Sancho kam sah und siegte. Ein Hund, den man sofort lieb haben musste, der unsere Herzen im Sturm eroberte. Wanda und Mocca schlossen sich ihm sofort an. Bereits in der ersten Nacht kuschelten alle Fellnasen wie ein Paket zusammen. Uns war klar: Der tolle Bursche bleibt. Er wird uns allen gut tun. Mit ihm als Lehrmeister würden wir und unsere Mädels schnell Fortschritte machen.
Und so war es. Sancho fuhr supergerne Auto. Und so brachte er Wanda und Mocca dazu, die Angst vor dem Autofahren zu verlieren. Immer in kleinen Schritten. Sancho lag auf der Rückbank und ich setzte mich mit einer Schüssel mit Fleischwurststücken neben ihn. Die Mädels trauten sich. Sie sprangen ins Auto, holten sich ein Stück Wurst und schwupp wieder raus. Und wieder rein und raus. Bald blieben sie freiwillig im Auto und wir schlossen die Türe. Sanchos Souveränität und Gelassenheit gab den Beiden Sicherheit.
Sancho freute sich, wenn Geschirr und Leine genommen wurde. Einer von uns ging täglich mit ihm eine Runde. Diese Freude konnten Wanda und Mocca lange noch nicht teilen. Aber sie schauten interessiert, wie er sich das Geschirr anlegen ließ und dem ganzen Ort mit seinem Freudengebell "Bescheid" sagte. Schritt für Schritt verloren auch die Mädels ihre Scheu vor dem Geschirr. Wenn wir es ihnen angelegt hatten, gingen wir zunächst ohne Leine raus auf unsere Wiese, spielten Suchspiele, Verstecken und Leckerchen von Bäumen pflücken. Diese Spiele spielten wir auch schon vorher. Aber ab sofort wurde nur noch mit Geschirr gespielt. Ich brauche hier sicher nicht zu beschreiben, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Übungen verging. Aber das war egal. Wir wollten keine Rückschritte mehr!
Sancho liebte seinen Fußball. Er versuchte den beiden Mädels das Spielen beizubringen. Wanda schaute es ihm ab und wir waren glücklich als sie zum erstenmal dem Ding hinterherrannte und auf der Wiese einen Freudentanz hinlegte.

Mocca spielte anders. Auch heute noch: Wenn sie ihren "Turbodüseanfall" bekommt, geht am besten jeder aus dem Weg. Sie rennt alles um, was im Weg steht, ob Mensch oder Hund, oder..... Schubkarre! Dabei scheint sie immer zu lachen und hobst und rennt wie ein Flummi über das ganze Grundstück, durch den Wald, um das Haus, um dann in einem Affenzahn vor ihrer Couch zu landen. Auch probiert sie alles was ihr essbar erscheint. Tulpenköpfe, Löwenzahnblüten, Gänseblümchen...Leider kennt sie keine "Fressbremse". Meistens landen dann die verspeisten Blumen als Brei auf dem Teppich. Das Kopfzucken hat sich bei ihr ganz gelegt. Was sie noch immer ab und zu macht ist, sich in die Hinterpfoten beißen. Das war am Anfang ganz schlimm und passierte mehrmals täglich. Die Tierärztin meinte, das sei eine Marotte, die man ihr schlecht abgewöhnen kann.
Mocca ist eine fröhliche Hündin geworden. Sie geht heute locker auf fremde Menschen zu, läßt sich durchwuseln und findet Besuch toll.
Wanda ist die Zarte. Wenn sie jemanden kennt, ist streicheln auch ok. Aber bitte zärtlich und nicht mit hektischen Bewegungen. Macht man bei ihr eh nicht. Sie hat ein Fell wie Samt und Seide, das läßt sich nicht wuseln. Oft verhält sie sich katzenhaft. Gibt Köpfchen, drückt sich fest an uns und möchte am liebsten in uns rein krabbeln.

Auch Wanda hat sich zu einem glücklichen Hund entwickelt. So verschieden die beiden auch sind, wir sind heute froh, dass sie nicht getrennt wurden. Noch heute putzen sie sich gegenseitig die Augen und lecken sich die Ohren aus. Sie lieben sich und uns. Es war ein langer Weg, der sich gelohnt hat.

Am 01. Juni 2011 starb unser Sanchokuschelbär an Prostatakrebs. Wir werden ihn immer in unseren Herzen behalten und sind ihm unendlich dankbar, das er uns und Wanda und Mocca ein Stück in unserem Leben begleitet hat.








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